Geschäftsberichte & Veröffentlichungen

Ausblick auf das Jahr 2016

Wir erwarten, dass das Weltwirtschaftswachstum 2016 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr bleibt. Diese Entwicklung dürfte hauptsächlich von den Industrieländern getragen werden. Insgesamt wird die Weltwirtschaft um rund 3,2 % wachsen. Das Wachstum könnte stärker ausfallen als erwartet, wenn sich die konjunkturelle Situation in den Schwellenländern stabilisiert.

In den USA rechnen wir mit einer Wachstumsrate von 2,2 %, hauptsächlich getragen durch den privaten Konsum. Die Eurozone dürfte 2016 um rund 1,5 % wachsen. Trotz des weiterhin angespannten Arbeitsmarktes und struktureller Probleme dürfte das Wachstum im jüngeren historischen Vergleich ordentlich ausfallen. Ursächlich dafür dürfte der Konsum sein, der in einigen Ländern vom guten Arbeitsmarkt und in anderen Ländern von Nach- und Aufholeffekten getrieben wird. Die Situation der öffentlichen Haushalte bleibt angespannt, der Wille zur Haushaltskonsolidierung schwindet weiter. In der Folge rechnen wir mit steigenden Schuldenquoten. Positives Überraschungspotenzial für das Wachstum besteht, wenn der Ölpreis und der Euro niedrig bleiben. Für das Jahr 2016 überwiegen allerdings die Abwärtsrisiken. Neben einer Verstärkung bestehender geopolitischer Spannungen und der zu niedrigen Inflationsrate könnte sich die US-Konjunktur stärker als erwartet abschwächen. Erhöhte Abwärtsrisiken bestehen zudem aufgrund der politischen Gemengelage in der EU, wo die politische Uneinigkeit zunimmt. Bei größeren Einschränkungen, die sich daraus für den Binnenmarkt oder den wahrgenommenen Zusammenhalt in der Eurozone ergeben können, besteht die Gefahr einer ernsten Störung der wirtschaftlichen Aktivität.

Die deutsche Wirtschaft profitiert vor allem vom starken Konsum und der Zuwanderung, die kurzfristig wie ein Konjunkturprogramm wirkt. Unterstützend wirken sich die geringe Inflation und die stabile Entwicklung am Arbeitsmarkt aus. Wir erwarten ein reales Wachstum von 1,6 % im Jahr 2016.

Die Inflationsrate in der Eurozone bleibt sehr niedrig und liegt im Jahresdurchschnitt lediglich bei 0,4 %. Auch in anderen Industrieländern bleibt die Inflation niedrig. Die Verzinsung von Staatsanleihen aus Ländern mit gutem Rating (z.B. Bundesanleihen oder US-Treasuries) bleibt für Anleger unattraktiv.

Die strukturellen Probleme in der Europäischen Währungsunion bleiben auch 2016 weitgehend bestehen. Angesichts der niedrigen Inflationserwartungen wird die Europäische Zentralbank weiterhin eine sehr expansive Geldpolitik verfolgen und dürfte im Jahresverlauf erneut über eine Senkung des Einlagezinssatzes und eine Ausweitung des Anleiheaufkaufprogramms diskutieren. Das Risiko nimmt allerdings zu, dass die EZB die in der Währungsunion vorhandenen Defizite nicht länger durch ihre Geldpolitik verdecken kann. Die US-Notenbank dürfte ihren Leitzins weiter anheben. Wir erwarten jedoch, dass die Zinserhöhungen sehr moderat ausfallen werden und der Leitzins in den USA zum Jahresende maximal bei einem Prozent liegen wird.

Der Aktienmarkt befindet sich in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite dürfte das wirtschaftliche Umfeld stabil und die Geldpolitik der wichtigen Notenbanken grundsätzlich expansiv bleiben. Auf der anderen Seite bestehen wirtschaftliche und politische Abwärtsrisiken, die den Ausblick auf 2016 erschweren und bei ihrem Eintritt das Umfeld maßgeblich negativ beeinflussen können. Gegenüber Renten bleiben Aktien in der Eurozone dennoch attraktiv. In den USA sind Aktien dagegen zunehmend teurer, gegenüber der eigenen Historie und auch gegenüber dem Rentenmarkt. Wir rechnen vor allem mit Kursgewinnen europäischer Aktien, in den USA sehen wir dagegen nur noch begrenzten Spielraum für weitere Kursgewinne.

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